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Wo kommt der Fotoautomat her? Die Geschichte eines Trends 1/2

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Die Technik der Fotobox kam aus Europa

Wo wurde der Fotoautomat erfunden? Amerika, wo sonst? Erstmal richtig, denn tatsächlich wurde in den USA der erste Patentantrag für einen Fotoautomaten gestellt. Die Technik der Fotobox kommt allerdings aus Frankreich und Deutschland. Heute unvorstellbar, aber damals war im Fotoautomat in komplettes Fotolabor untergebracht in dem zunächst Metallplatten beschichtet und entwickelt wurden. In Paris feierte Erfinder Ernst Enjalbert 1889 mit seinem Fotoautomat Premiere. Anlässlich der Weltausstellung zu der auch der Eiffel-Turm erbaut wurde.

Ganze 20 Minuten dauerte es damals von der Belichtung bis man sein Foto mitnehmen konnte. Ein Deutscher schaffte es schließlich den Prozess so zu beschleunigen, dass es am Ende nur noch 20 Sekunden dauerte, bis das Foto fertig entwickelt war. Heute schafft ein schneller Drucker es in zehn Sekunden, in viel besser Qualität, aber eben auch knappe 100 Jahre später.

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Der Bosco Fotoautomat

Der erfolgreichste Fotoautomat kam aus Hamburg

In Hamburg verfeinerte Conrad Bernitt die Fotoautomaten so, dass sie viel weniger Aufwand bei der Wartung brauchten. Unter dem Namen Bosco-Photografie-Automat wurden sie auf Volksfesten und in gut besuchten Lokalitäte aufgestellt, fast wie heute. Bis1902 war der Bosco Fotoautomat der weltweit erfolgreichste und die meisten Fotos übrigens Doppelportraits. Anscheinend wussten die Leute schon damals wieviel Spaß so eine Fotobox macht.

Ferrotypie aus einem Bosco-Automaten
Ferrotypie aus einem Bosco-Automaten

Der Filmstreifen, dessen Format heute auch noch sehr beliebt ist, geht auf eine Erfindung der Chemischen Fabrik auf Aktien zurück. Während der Bosco Fotoautomat noch auf Metallplatten belichtete, kamen in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts der Negativ-Postiv-Prozess auf. So konnte man beliebig viele Kopien erstellen. Die Fotos wurden auf einen Bildstreifen belichtet, der zusammen mit dem Negativ aus dem Fotoautomat ausgeworfen wurden.

Lustigerweise wurden die Fotoboxen in Deutschland in der Zeit nach 1910 als amerikanisch verkauft, in New York als hießen sie „London Photo Co.“.

Die ersten Fotoboxen waren ohne Kabine und Vorhang

Bis 1925 waren alle Fotoboxen und Fotoautomaten freistehend. Erst Anatol Josepho baute bei seinem „Photomaton“-Automaten eine Fotokabine drumherum und stelle sie am Broadway auf. Der Hintergrund ist recht einfach. Damals waren die Leute wohl noch ziemlich schüchtern und Portraits für sie recht intim, so dass sie sich ungestörter fühlten, wenn die Fotobox nicht offen war. Der Vorhang kam erst später hinzu. Viele Fotoautomaten waren in Kaufhäusern aufgestellt, und da störte das Blitzlicht.

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Anatol Josepho im Innern seiner Fotokabine, Photomaton genannt

In Europa kamen die Fotokabinen erst nach dem zweiten Weltkrieg in Mode, allerdings fast nur noch für Passfotos.

Heute sind diese Passfotoautomaten alle auf digitale Technik umgestellt und damit viel unproblematischer in der Wartung und Betrieb.

 

 

Quellen: Kleine Geschichte der Fotoautomaten von Ernst Massen, Fotos der Bosco Fotobox von QEDquid in der Wikipedia auf Deutsch hochgeladen [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia CommonsFoto Anatol Josepho aus der  United States Library of Congress via Wikipedia

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